Neue Lösungen für globale Bahnmärkte

Auf der diesjährigen InnoTrans in Berlin ließ die Frauscher Sensortechnik GmbH mit einer Weltpremiere aufhorchen: Die neue Produktlinie Frauscher Tracking Solutions FTS hat das Potenzial, das Zugmanagement und damit den Bahnbetrieb zu revolutionieren. Schon am ersten Messetag zog dieses neue System die Aufmerksamkeit der zahlreichen Besucher am Frauscher Messestand auf sich.

Frauscher Tracking Solutions FTS und die Entwicklungen im Achszähl- und Raddetektionsbereich lockten auf der InnoTrans 2016 zahlreiche Besucher an den Frauscher MessestandFrauscher Tracking Solutions FTS und die Entwicklungen im Achszähl- und Raddetektionsbereich lockten auf der InnoTrans 2016 zahlreiche Besucher an den Frauscher Messestand

Erfassen und überwachen in Echtzeit

Die Frauscher Tracking Solutions FTS arbeiten auf Basis von Distributed Acoustic Sensing (DAS). Daher benötigen sie im Betrieb lediglich eine Faser in einem Glasfaserkabel. Zahlreiche Bahnstrecken sind bereits mit solchen Kabeln, die etwa zur Datenübertragung genutzt werden, ausgestattet. Daher ist die nötige Infrastruktur meist schon vorhanden und die FTS können einfach und schnell implementiert werden. Durch die Einspeisung von 2.500 Laserimpulsen pro Sekunde wird die ausgewählte Faser in einen Sensor verwandelt, der alle zehn Meter Detektionspunkte für akustische Signale aufweist. Schallwellen, die auf das Kabel treffen, verändern die Struktur der Faser und damit die Reflexion des Lasers minimal. Diese Veränderung wird erfasst und in Relation zu der Zeit gesetzt, die seit Aussenden des entsprechenden Impulses vergangen ist.

Daraus ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für Applikationen in der Zugverfolgung, der Überwachung von Gleis- und Zugkomponenten sowie für verschiedene Sicherheitsanwendungen. Vorüberfahrende Züge, Flachstellen, Schienenbrüche, Schritte von Personen auf oder in der Nähe des Kabels, Grabungs- oder Sägearbeiten, Steinschläge, Tierherden und vieles mehr können entlang der gesamten Strecke in Echtzeit erfasst werden.

FTS ermöglicht unter anderen die Erkennung von Schienenbrüchen in EchtzeitFTS ermöglicht unter anderen die Erkennung von Schienenbrüchen in Echtzeit

Allianz der Experten macht DAS fit für den Bahnbetrieb

Frauscher ist das erste Bahntechnikunternehmen, das damit begonnen hat, die Einschränkungen von DAS-basierten Lösungen im Bahnbetrieb zu lösen. Während des letzten Jahres wurde eine Zusammenarbeit mit Fotech gestartet. Gemeinsam konnten bereits spezifische Ansätze erarbeitet und zur Marktreife entwickelt werden. Diese Kooperation wird nun weiter vertieft, um die bereits erzielten Erfolge auf das nächste Level zu heben.

Unter der Führung von Frauscher wurde ein Entwicklungsteam gegründet: „Wir werden zukünftig noch mehr in Forschung und Entwicklung investieren. Die Frauscher Tracking Solutions FTS fügen sich optimal in unser Portfolio ein. Gleichzeitig sind die darin angebotenen Lösungen technisch perfekt mit unseren Kernsystemen zur Raddetektion und Achszählung kombinierbar, während unsere Kunden von erheblich erweiterten Möglichkeiten profitieren“, erklärt Michael Thiel, CEO Frauscher Sensortechnik GmbH, die neuesten Entwicklungen.

Michael Thiel, CEO Frauscher Sensor Technology und Chris Shannon, CEO Fotech SolutionsMichael Thiel, CEO Frauscher Sensor Technology und Chris Shannon, CEO Fotech Solutions

Eine neue Basistechnologie

Peter Bradley, FTS Director bei Frauscher, beschäftigt sich seit über sieben Jahren mit dieser faszinierenden Technologie: „Mein Ziel war es schon immer, diese Technologie Bahnsektor nutzbar zu machen. Einige Lösungen für bahnspezifische Applikationen konnten nun bereits entwickelt und dem Markt zur Verfügung gestellt werden. Angesichts der überwältigenden Rückmeldungen und der Ergebnisse aus unterschiedlichen Testanlagen sind wir sicher, dass DAS in naher Zukunft zu einer Basistechnologie für den Bahnbetrieb werden kann.“

Auch Chris Shannon, CEO Fotech Solutions, zeigt sich optimistisch: „Im Laufe der letzten acht Jahre konnte Fotech einige fantastische DAS-Technologien entwickeln. Sie dienten als Basis für Überwachungslösungen für Pipelines, in der Öl- und Gasindustrie sowie im Sicherheitsbereich. Uns war klar, dass wir einen Partner brauchen würden, um unsere Technologie für den Bahnmarkt anbieten zu können. Dazu suchten wir ein Unternehmen, das nicht nur Erfahrungen mit Bahnsensoren und der Eisenbahnindustrie hat, sondern das auch unsere Vision teilt, diese neue Technologie für die Branche nutzbar zu machen. Mit Frauscher haben wir diesen Partner gefunden – und angesichts der Entwicklungen, die schon jetzt erzielt wurden, sind wir sicher, dass DAS den Eisenbahnmarkt grundlegend verändern wird.“

Fabian Schwarz

Fabian Schwarz

17.09.2016

Technologien

719 Wörter

5 Minuten Lesezeit

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