Der erste Kontakt mit der „echten Arbeitswelt“

Die beiden 17-Jährigen Schüler Simone und Nikolas machen gerade ein Praktikum bei Frauscher in der Auswertebaugruppen- und Radsensorproduktion. Wir haben sie einen Tag lang begleitet und geben einen Einblick in ihren Berufsalltag als Praktikanten.

Konzentriert startet Simone den nächsten Sensortest. Auf Anweisung ihres Kollegen steckt sie den Sensor am Computer an, schraubt ihn an einer Schiene fest und wartet kurz, bis am Computer alle Daten eingelesen sind. Sie führt eine Reihe von Tests durch und schraubt den Sensor nach zufriedenstellendem Ergebnis wieder von der Schiene ab. Zu guter Letzt achtet sie noch darauf, den Sensor kurz 30 Zentimeter entfernt von jeglichen metallischen Gegenständen zu halten und hält dafür ihren ausgestreckten Arm mit dem Sensor in der Hand über ihren Kopf. Die 17-Jährige weiß genau was sie macht und ist sich der Wichtigkeit ihrer Aufgabe bewusst. „Beim Testen der Sensoren trägt man eine große Verantwortung – sogar Menschenleben können davon abhängen. Man muss ganz genau arbeiten und alles muss zu 100 % passen.“

Simone beim Simulieren des Spurkranzes, ein wichtiger Arbeitsschritt beim Testen der RadsensorenSimone beim Simulieren des Spurkranzes, ein wichtiger Arbeitsschritt beim Testen der Radsensoren.

„Mach das, was dir gefällt!“

Dass sie nicht in einen traditionellen Frauenberuf einsteigen will, weiß Simone schon länger. Schon in der Hauptschule war ihr klar, dass ihre Ausbildung eher in einen technischen Bereich gehen wird. Aus einer Reihe verschiedener Schulen entschied sie sich letztendlich für die HTL für Kunststofftechnik in Andorf – und ist sehr glücklich mit ihrer Entscheidung. „In meiner Freizeit mache ich allerdings ganz normale Mädchen-Sachen – ich treffe mich gerne mit meinen Freunden, gehe shoppen und mache Tanzkurse. Außerdem spiele ich Querflöte in einer Musikkapelle.“ In ihrer Klasse ist sie eine von nur drei Mädchen und kann sich zwischen den 20 Jungs gut behaupten. Anderen Mädchen, die sich auch für einen technischen Beruf interessieren, rät sie: „Traut euch einfach! Macht das, was euch gefällt und lasst euch nicht von anderen beeinflussen.“ Simone besucht bald die 4. Klasse der HTL und wollte im Rahmen ihres Pflichtpraktikums in den Berufsalltag eines großen, internationalen Betriebes hineinschnuppern. Die Wahl für Frauscher als Arbeitgeber fiel ihr leicht – sie hat schon viel Gutes von der Firma gehört.

Nikolas hat sein ESD-Armband mit dem Tisch verbundenNikolas hat sein ESD-Armband mit dem Tisch verbunden. Dadurch ist er immer geerdet – und schützt so die empfindlichen elektronischen Bauteile in seiner Umgebung vor einem ESD-Schaden.

Selbstständig und verantwortungsbewusst

Auch der ebenfalls 17-jährige Nikolas hat sich für ein Pflichtpraktikum bei Frauscher entschieden. Jeden Morgen macht er sich mit dem Auto auf den Weg zur Arbeit. Dort zieht er sich in der Garderobe seine ESD-Schutzkleidung – einen antistatischen Arbeitsmantel und ableitfähige Schuhe – an und meldet sich dann bei seinem Teamsprecher, der ihm für den Tag einen Bereich zuteilt. Je nachdem wo er arbeitet, bekommt er verschiedenste Aufgaben von den jeweiligen Mitarbeitern gestellt. Sehr gut gefällt ihm unter anderem das Konfigurieren der Busplatinen. Hier arbeitet er sehr präzise und weist jedem Steckplatz ein Codiermuster zu, sodass später ausschließlich die dafür vorgesehene Baugruppe eingesteckt werden kann. Seine Kollegen stehen Nikolas tatkräftig zur Seite: „Alle sind sehr nett und hilfsbereit. Ich kann sie einfach fragen, wenn ich einmal nicht weiter komme“. Einmal hatte sein Teamsprecher einen Urlaubstag – und gab ihm und einem anderen Praktikanten am Vortag eine Liste mit der Anzahl an Frontplatten, die sie dann in einer bestimmten Zeit selbstständig vorbereiten und montieren mussten. Das alles ist kein Problem für Nikolas – schon letztes Jahr hat er in den Ferien in einer Firma gearbeitet, die Platinen für Frauscher herstellt. In diesem Jahr aus erster Hand erleben zu können, wie diese dann weiter verarbeitet werden, findet er besonders interessant. Auch die internen Abläufe in einer so großen Firma waren sehr spannend für den Schüler.

Ihr Kollege Raphael erklärt Simone den nächsten ArbeitsschrittIhr Kollege Raphael erklärt Simone den nächsten Arbeitsschritt.

Erster Kontakt mit der „echten Arbeitswelt“

Beide sind sich einig, dass das Praktikum bei Frauscher eine gute Möglichkeit ist, einen Einblick in das Arbeitsleben zu bekommen. Besonders für Simone ist der erste Kontakt mit der Wirtschaft und der „echten Arbeitswelt“ sehr spannend. „In der Schule wenden wir das theoretisch Gelernte zwar auch im Labor an, aber es ist trotzdem ein anderes Gefühl, wenn man sonst Aufgaben nur für eine Note oder einen Lehrer erledigt – und dann auf einmal etwas für einen realen Kunden herstellt.“ Nikolas ergänzt: „Zu wissen dass die Teile, an denen ich gerade arbeite, in die ganze Welt verschickt werden – das ist einfach toll“. Auch für die Wahl ihrer zukünftigen Berufslaufbahn war das Praktikum hilfreich. Simone interessiert sich für ein Studium nach der Matura und Nikolas kann es sich gut vorstellen, einmal in der Produktionsplanung einer Firma zu arbeiten.

Nachdem Simone den letzten Sensor getestet hat, legt sie ihn sorgfältig zu den anderen auf den Wagen. Sie räumt noch ihren Arbeitsplatz auf, trennt das zu ihrer Schutzkleidung gehörende Erdungsarmband vom Tisch und fährt die Sensoren in die Halle nebenan, wo sie dann strengen Temperaturtests unterzogen werden. Simone verabschiedet sich von ihren Kollegen, hängt ihren Mantel in die Garderobe und tauscht die ESD-konformen Arbeitsschuhe mit ihren legeren Straßenschuhen. Am Parkplatz trifft sie noch auf Nikolas, der sich ebenfalls gerade auf den Nachhauseweg macht. So geht ein weiterer Tag im Leben von zwei Praktikanten bei Frauscher zu Ende.

Anna Reiter

Anna Reiter

08.08.2017

Menschen

992 Wörter

7 Minuten Lesezeit

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