Alle Schienen führen zur InnoTrans

Frauscher blickt auf eine der erfolgreichsten Teilnahmen an der InnoTrans in 16 Jahren zurück. Sie haben es nicht an den Stand des Unternehmens geschafft? In diesem Artikel lesen, sehen und hören Sie, was Ihnen entgangen ist.

„Wie die InnoTrans gelaufen ist? Nun – es war die erfolgreichste Teilnahme in 16 Jahren!“ Christian Pucher, CMO Frauscher Sensor Technology, sitzt nach einer Woche InnoTrans in Berlin wieder an seinem Schreibtisch in St. Marienkirchen. Stapel von gesammelten Magazinen und Blätterhaufen mit Notizen sucht man allerdings vergeblich. „Alles schon digitalisiert“, sagt Pucher lächelnd. Dass sein Unternehmen in diesem Bereich generell die Nase vorn hat, wurde auf der InnoTrans 2018 deutlich.

Busy Frauscher stand during InnoTrans2018

Ständig in Bewegung: am Frauscher Messestand herrschte während der InnoTrans 2018 reges Treiben.

Gleisseitige Sensoren: Basis für die Zukunft

Unter dem Motto „Discover intelligent sensors. Innovations to simplify railway operations“ trat der Technologieführer unter Einsatz digitaler Ideen den Beweis an: gleisseitige Sensorik wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle in der Bahnwelt spielen. „Auf Basis dieser Überzeugung konnten wir auf der diesjährigen InnoTrans komplett neue Geschäftsmodelle präsentieren. Diese sind eng mit innovativen Ansätzen verknüpft, mit denen wir unsere Kunden dabei unterstützen ihren Bahnbetrieb sicherer und effizienter zu gestalten“, fasst Michael Thiel, CEO Frauscher Sensor Technology zusammen. Pucher erklärt das Konzept genauer: „Wir verfolgen im Wesentlichen zwei Strategien: zum einen entwickeln wir bestehende Produkte mit Ideen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, weiter. Zum anderen bauen wir auf völlig neue Ansätze, die erst mit der Digitalisierung möglich wurden. Dazu gehört etwa der Einsatz von Distributed Acoustic Sensing im Bahnbereich. Dadurch schaffen wir es, die zentralen Herausforderungen von Bahnbetreibern einfacher zu lösen.“ Der Besucherstrom auf der InnoTrans zeigte, dass dieser Ansatz Anklang findet. „Die Nachfrage nach präzisen Daten steigt – vor allem mit der zunehmenden Einführung digitaler Lösungen, wie cloudbasierte Systeme. Bis heute bilden gleisseitige Sensoren die zuverlässigste Quelle dafür. Das Credo vieler Betreiber ist es aber, gleichzeitig die Komponenten am Gleis zu reduzieren. Auf der InnoTrans 2018 konnten wir gleich mehrere Lösungen präsentieren, die den Anforderungen dieses Spannungsfelds gerecht werden“, erklärt Pucher das rege Interesse.

Impressions Video Preview

Smartes Device am Gleis

Ein Highlight, mit dem der Technologieführer in Berlin aufwartete, war das innovative SENSiS System samt neuem Sensor: dem SENSiS Detection Point SDP. Schon das Design des Geräts und der zugehörigen Schienenklaue machten es zum Besuchermagneten. Für erstaunte Reaktionen sorgten die Eigenschaften des Systems. Der Sensor detektiert zuverlässig Züge – und macht noch mehr: Er wertet die Radsensorsignale aus und digitalisiert sie. Außerdem sammelt er eine Reihe weiterer Daten – etwa zu Beschleunigungen und Temperatur. Diese werden dann ebenfalls im Sensor bewertet, aufbereitet und in Form sinnvoller Informationen einem Netzwerk zur Verfügung gestellt.

New SENSiS DetectionPoint SDP

Der neue SENSiS Detection Point SDP

Mit diesem revolutionären Sensorkonzept werden alle Anforderungen an moderne Achszählsysteme erfüllt – und das bei weitest gehendem Wegfall der gesamten Innenanlage. Über ein eigenes Bussystem wird der SDP dort lediglich mit einer ebenfalls neu entwickelten SENSiS Processing Unit SPU verbunden. Der Bus ermöglicht das Etablieren einer Ringarchitektur anstelle einer sternförmigen Verkabelung – und damit massive Kostenersparnisse. „Besonders Zukunftsträchtig ist außerdem die Möglichkeit, Daten auch aus der Innenanlage zum Sensor zu senden. Was wir auf der InnoTrans gezeigt haben ist der fertige Prototyp. Dieser wird nun auf Basis von ersten Installationen weiterentwickelt. Sämtliche Neuerungen können dann einfach mittels Softwareupdate an die Sensoren im Feld verteilt werden. 2019 werden wir erste Projekte mit diesem System umsetzen und den Zulassungsprozess durchlaufen – es gibt bereits sehr konkrete Anfragen“, resümiert Pucher den Launch.

Tipp: Wer in Berlin keine Zeit zum Staunen hatte, kann das hier nachholen.

Alle Züge aktuell im Blick

Mit der Weiterentwicklung der Frauscher Tracking Solutions FTS präsentierte das Unternehmen weitere Highlights. Für eine verbesserte Zugverfolgung wurde auf Genauigkeit und Zuverlässigkeit bei der Detektion von Zuganfang und –ende, Geschwindigkeit, und Fahrtrichtung fokussiert. Das ermöglicht eine exakte und kontinuierliche Berechnung der Ankunftszeit an einem bestimmten Punkt. Verschiedene Anwendungen, etwa Fahrgastinformationen oder Bahnsteigdurchsagen, können dadurch optimiert werden. Die laufenden Informationen zu Zugposition und Geschwindigkeitsprofilen ermöglichen ein effizienteres Betriebsmanagement. Bauart, Baujahr und Herkunft der detektierten Gleisfahrzeuge spielen dabei keine Rolle.

Das Gleis in Echtzeit am Schirm

Zudem steht Bahnbetreibern und Serviceunternehmen mit den weiterentwickelten FTS erstmals ein Interface zur Verfügung, das den Zustand von Gleis und Infrastruktur in Echtzeit abbildet. Änderungen im Zustand verschiedener Komponenten – Gleis, Gleisbett, Schwellen, Räder und mehr – werden detektiert und auf einem eigenen User Interface in übersichtlicher Form dargestellt. Neben den optimierten Möglichkeiten zur Zugerfassung sorgte diese Lösung für reges Interesse.

Maps and diagrams show information on detected defects.

Landkarten und Diagramme bilden Informationen zu detektierten Defekten ab.

„Weltweit haben wir bereits rund 30 Installationen im Einsatz. Dort werden verschiedene Anwendungen getestet – darunter auch die Zustandsüberwachung. In diesem Feld sehen wir besonders großes Potenzial“, erläutert Pucher die neuesten Entwicklungen. „Wir haben daher bei der Optimierung des Systems stark darauf fokussiert – und konnten spannende Fortschritte erzielen. Im weiteren Prozess wollen wir nun verstärkt mit Betreibern, Systemintegratoren und Partnern zusammenarbeiten. Wie auf der InnoTrans bekanntgegeben, tun wir das jetzt schon mit Vossloh und Siemens Mobility. Deren Expertise im Wartungsbereich und unser Knowhow in der Detektion von Zügen und verschiedenen Events entlang eines Gleises wird die Entwicklung zustandsorientierter Wartungsstrategien rapide vorantreiben.“

Aus der Masse herausstechen

Damit sorgte Frauscher auf der InnoTrans 2018 für reges Aufsehen. Keine leichte Übung bei mehr als 3000 Ausstellern. „Mit unseren Achszählern und Radsensoren sind wir weltweit Marktführer. Um diese Position abzusichern, wollen wir auch in Zukunft für sämtliche Szenarien die beste Lösung bieten. Verfügbarkeit, Funktionalität, Qualität, Service und Wirtschaftlichkeit stehen dabei stets im Fokus. Ergänzend kommen laufend neue Anforderungen dazu: etwa erhöhte Netzwerkfähigkeit sowie Möglichkeiten zur flexiblen Adaption mittels Softwareupdate oder zur Integration weiterer Sensorik. Uns ist klar, dass wir – genauso wie die gesamte Branche – das Potenzial der Digitalisierung bestmöglich ausschöpfen müssen. Wie wir das angehen haben wir auf der InnoTrans 2018 gezeigt: wir kombinieren bewährte Eigenschaften und fundiertes Knowhow mit neuen Möglichkeiten. Und nach zahlreichen Gesprächen die ich – übrigens auch auf der großartigen Frauscher Standparty am Dienstag – hier geführt habe, bin ich sicher: wir sind auf dem richtigen Weg!“, fasst er die Woche in Berlin zusammen.

Interview Gerhard Grundnig

Gerhard Grundnig, CSO Frauscher Sensor Technology über das positive Feedback interessierterer Besucher.

Irene Schneebauer

Irene Schneebauer

21.11.2018

Applikationen | Märkte

1280 Wörter

9 Minuten Lesezeit

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