Stark und innovativ: vom Elsass bis nach Subsahara-Afrika

Im Jahr 2018 gründete Frauscher einen eigenen Standort in Frankreich. Ein weiterer wichtiger Baustein in der Philosophie des Unternehmens, Kundennähe zu leben und von globalen Märkten zu lernen, wie Managing Director Mayank Tripathi erklärt.

Qualität vor Quantität: Die Präsenz auf verschiedenen Bahnmärkten mit eigenen Standorten ist Teil der intensiven Wachstumsstrategie, die Frauscher seit mehreren Jahren verfolgt. Aber „der Fokus liegt dabei nicht auf bloßem Wachstum. Genauso wichtig ist das Prinzip, eng mit den Kunden zusammenzuarbeiten, ihre Sprache zu sprechen und die genauen Bedingungen der einzelnen Märkte zu kennen“, erklärt Mayank Tripathi, Managing Director Frauscher Sensor Technology France S.A.R.L.

Mayank Tripathi, Managing Director Frauscher Sensor Technology France S.A.R.L

Tripathi hat mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Eisenbahnsignaltechnik. Bevor er 2016 zu Frauscher kam, arbeitete er als Ingenieur, Vertriebsleiter und Vertriebs- und Marketingdirektor für ein Bahnunternehmen in Frankreich mit weltweiter Präsenz. „Neben Frankreich sind wir auch in den Ländern Nordafrikas und Subsahara-Afrikas aktiv. Frauscher ist seit den 90er Jahren vor allem im Maghreb tätig. In den letzten Jahren konnten wir unsere Beziehungen zu diesen Märkten deutlich intensivieren. Mit der Gründung des Büros in Frankreich im Jahr 2018 wurde ein neuer Meilenstein in diesem Prozess gesetzt", erklärt er.

Bereits 1994 wurde ein Projekt in Algerien realisiert, bei dem Frauscher Radsensoren zum Einsatz kamen (Archivbild).

Barrieren beseitigen

Wie auch andere Standorte weltweit, spiegelt das Büro in Frankreich die Bedeutung wider, die Frauscher der Nähe zu seinen Kunden beimisst. Durch die physische Präsenz sollen vor allem sprachliche und geografische Barrieren beseitigt werden. „Wir glauben, dass beide Seiten davon profitieren. Die Nähe erleichtert den Austausch mit den Kunden erheblich. Mehr Transparenz gibt uns die Möglichkeit, zu lernen und unseren Kunden innerhalb festgelegter Zeitrahmen genau das zu liefern, was sie brauchen“, erläutert Tripathi die Hintergründe. Das Büro im Elsass mit Sitz in Hagenau verfügt über ein Team von fünf hoch qualifizierten Mitarbeitern. Das Achszählequipment in den Räumlichkeiten ermöglicht die Organisation von Schulungen mit Kunden. „Wir organisieren auch Schulungen bei unseren Kunden vor Ort – oder laden sie in unser Trainingscentre in Österreich ein. Was auch immer ihren individuellen Anforderungen am ehesten entspricht“, fügt Tripathi hinzu.

Das Büro in Frankreich verfügt über einen Raum mit Equipment für Trainingseinheiten.

Normgerechte Zukunftsvisionen - zukunftsfähige Standards

Die Fähigkeit, Märkte optimal zu unterstützen, erfordert nicht nur eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden, wie Tripathi weiß. Auch das Verständnis und die Teilnahme an Diskussionen über zukunftsorientierte Standards, Normen und Prozesse sind für ihn entscheidend. Im späten Frühjahr 2019 wurde Frauscher Mitglied der Federation des Industries Ferroviaires (FIF). „Wir sind sehr stolz darauf und betrachten unsere Mitgliedschaft als äußerst wertvoll. Wir können nun aktiv an der Gestaltung der Zukunft der französischen Eisenbahnen mitwirken, indem wir unser Know-how einbringen. Gleichzeitig lernen wir lokale Anforderungen besser verstehen und können nach definierten Rahmenbedingungen an spezifischen Lösungen arbeiten“, erklärt Tripathi.

Prädestinierte Lösungen

Vor diesem Hintergrund ist Frauscher Frankreich bestens gerüstet, um Modernisierungsprojekte ihrer Kunden in verschiedenen Märkten und Segmenten zu unterstützen. Metros und Straßenbahnen profitieren ebenso von innovativen Lösungen, wie Fernverbindungen, auf denen Güter- und Personenzüge verkehren. „Aufgrund ihrer Modularität und frei wählbaren Schnittstellen sind Produkte wie der Frauscher Advanced Counter FAdC prädestiniert, um französische Systemintegratoren und Betreiber beim Wechsel von Gleisstromkreisen auf Achszähler zu unterstützen. Je nach Anforderung des bestehenden Systems kann der FAdC über ein Relais oder eine Ethernet-Schnittstelle mit dem Stellwerk verbunden werden. Dabei können entweder kundenspezifische Softwareprotokolle oder unser eigenes Frauscher Safe Ethernet FSE Protokoll implementiert werden. Aufgrund seiner vorteilhaften Eigenschaften ist dieser Achszähler bereits in Ländern auf der ganzen Welt im Einsatz und hat seine Leistungsfähigkeit unter vielfältigen Bedingungen unter Beweis gestellt – etwa in Australien, Großbritannien, Österreich, Polen oder der Schweiz. Derzeit arbeiten wir daran, die Zulassung unserer Achszähler mit den wichtigsten Betreibern in unseren Märkten abzustimmen. Vor diesem Hintergrund haben wir bereits eine Reihe von Testinstallationen umgesetzt. Darüber hinaus befinden sich mehrere Straßenbahnprojekte mit dem FAdC bereits in der Umsetzung – etwa Tram Bordeaux, Tram Casablanca oder Tram Avignon“.

Basierend auf robusten Radsensoren arbeiten Frauscher Achszähler auch unter schwierigsten Bedingungen höchst zuverlässig.

Entwicklungs- und Fortschrittsspirale

Neben der Stärkung der Position des Unternehmens auf den Weltmärkten unterstützt die Präsenz in verschiedenen Ländern Frauscher auch bei der Arbeit an Innovationen, wie Tripathi erklärt: „Wir nutzen Inputs aus den globalen Bahnmärkten auch, um unser Portfolio zu stärken. Die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden hilft uns, zukunftsweisende Konzepte zu identifizieren, die neue digitale Möglichkeiten berücksichtigen. Das ermöglicht es uns, gezielt an Lösungen zu arbeiten, die das Potenzial der Digitalisierung im Sinne der Bahnbranche voll ausschöpfen.“

Frauscher stellt seinen Kunden innovative Werkzeuge zur Verfügung, die präventive Instandhaltungsstrategien und andere zukunftsorientierte Anwendungen unterstützen.

So stellt Frauscher seinen Kunden beispielsweise verschiedene Tools zur Verfügung, die präventive Instandhaltungsstrategien unterstützen. Dazu zählen etwa das Frauscher Diagnostic System FDS oder das Remote Monitoring Display RMD. Darüber hinaus bieten die Frauscher Tracking Solutions FTS in diesem Zusammenhang interessante Funktionen. „Die kontinuierliche Echtzeit-Überwachung des Zustands von Gleis- und Zugkomponenten wurde in unseren Märkten oft ausführlich mit Kunden diskutiert. Die entsprechenden Applikationen decken ein sehr breites Spektrum ab und wir freuen uns darauf, in Zukunft hier an einer Reihe von spannenden Projekten zu arbeiten“, sagt Tripathi.

Der SENSiS Detection Point SDP arbeitet wie ein intelligentes Device auf der Schiene.

Neueste Generation der Gleisfreimeldung

Das neue SENSiS-System ist ein weiteres Beispiel dafür, wie das Unternehmen wichtige Schritte in Richtung Zukunft setzt: „Wir haben SENSiS erstmals auf der InnoTrans 2018 vorgestellt und waren überwältigt von dem großen Interesse und dem positiven Feedback. Mit einem neu entwickelten Sensor, der wie ein intelligentes Device auf der Strecke funktioniert, setzt dieses System neue Maßstäbe. Die Auswertung des Sensorsignals erfolgt im Sensor – also direkt auf der Schiene. Über ein eigenes Bussystem werden digitalisierte Daten vom SENSiS Detection Point SDP an die SENSiS Processing Unit SPU im Innenbereich übertragen. Die Möglichkeit des Aufbaus von Ringarchitekturen ermöglicht immense Einsparungen durch Reduzierung des Verkabelungsaufwandes. Darüber hinaus kann der Sensor Informationen zu Temperatur und Vibration sammeln. Im Gesamtpaket eröffnet dieses System völlig neue Möglichkeiten und stellt vor dem Hintergrund einer zunehmenden Digitalisierung der Bahnindustrie die neueste Generation der Gleisfreimeldung dar“, fasst Tripathi zusammen.

Mayank Tripathi

Mayank Tripathi

17.09.2019

Märkte

1234 Wörter

9 Minuten Lesezeit

Stark und innovativ: vom Elsass bis nach Subsahara-Afrika Stark und innovativ: vom Elsass bis nach Subsahara-Afrika Stark und innovativ: vom Elsass bis nach Subsahara-Afrika Stark und innovativ: vom Elsass bis nach Subsahara-Afrika Stark und innovativ: vom Elsass bis nach Subsahara-Afrika Stark und innovativ: vom Elsass bis nach Subsahara-Afrika

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